Störungsbilder

Eine Therapie ist bei folgenden Stimm -, Sprach – und Sprechstörungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen angezeigt.

Stimmstörungen

Eine Stimmstörung ist eine Veränderung des Stimmklanges, die je nach Befund und Ausprägung rau, heiser oder verhaucht klingt (Dysphonie) oder ganz weg bleibt (Aphonie).

Die Ursache dafür kann eine funktionelle Störung bei hoher stimmlicher Belastung wie z.B. bei Lehrern oder anderen Vielsprechern sein.

Als organische Störung können z.B. Stimmlippenknötchen, Polypen, ein Tumor  oder eine Stimmlippenlähmung  (z.B. nach Operationen im Hals – Brustkorbbereich) ein Auslöser sein.

Ebenfalls möglich sind Ursachen auf hormoneller oder psychischer Ebene.

Neurologische Erkrankungen, wie z.B. Morbus Parkinson, können die Stimme und die Sprechweise verändern (Dysarthrophonie).

Redeflussstörungen

Stottern ist die bekannteste Redeflussstörung, die in verschiedenen Formen (auch gemischt) auftreten kann. 

a) Laut - / Silbenwiederholungen:  Dabei werden Laute oder Silben beim Sprechen meist mehrfach wiederholt, z.B.  „T - t –t – anne“  oder „Ma-ma-ma-marmelade“.

b) Dehnung eines Lautes über die zu erwartende Länge hinaus, z.B. Ffffffeier  oder Oooooma.

c) Blocks: damit sind untypische Pausen unterschiedlich langer Dauer gemeint.

Das Sprechen kann von Bewegungen der Hände, des Kopfes oder der mimischen Muskulatur begleitet sein.  

Wichtig zu wissen: eine Stotterphase während des Spracherwerbs im Vorschulalter kann vorkommen.

Es ist nicht immer ganz leicht, zwischen diesem „physiologischen Stottern“ und einem „pathologischen“ Stottern zu unterscheiden

Das weniger bekannte Poltern ist dadurch gekennzeichnet, dass ein hohes oder irregulär schwankendes Sprechtempo besteht.   Laute und Wörter werden teilweise ausgelassen oder miteinander verschmolzen.  Silben - , Wort - ,Laut - oder Satzteilwiederholungen kommen vor.

Sprach – und Sprechstörungen bei Kindern ( häufig als „Sprachentwicklungsverzögerung“ diagnostiziert)

Phonetisch – phonologische Störung/ Dyslalie/ Lautbildungsstörung

Hierbei handelt es sich um eine Aussprachestörung. Einzelne Laute werden ausgelassen („Kokodil“ statt „Krokodil“) oder  fehlerhaft gebildet. Oft werden Laute ersetzt,  z.B. “k“ durch „t“: „Tinder“ statt „Kinder“  oder „r“ durch „h“: Hing“ statt“Ring“. Sind mehrere Laute betroffen,  ist die Sprache des Kindes schwer verständlich.  

Dysgrammatismus

Bei diesem Störungsbild werden die grammatischen Regeln nicht ausreichend beachtet. Während des Spracherwerbs werden allerdings dysgrammatische Phasen durchlaufen.

Beispiele: „ Ich Hause gehen“, „Ich das tun Ofen“,  „Stuhle“ statt „Stühle“, „Du fahren“ statt „Du fährst“.

Eingeschränkter  Wortschatz

Der Wortschatz des Kindes ist für sein Alter zu gering. Es zeigt häufig auf Dinge bzw. macht sich mit Gesten verständlich. Zu unterscheiden ist zwischen dem passiven (Wörter, die das Kind versteht) und dem aktiven ( Wörter, die das Kind benutzt) Wortschatz.

Eingeschränktes Sprachverständnis

Das Kind versteht den Sinn des das gesprochenen Wortes nicht und kann entsprechend Aufträge nicht durchführen (z.B. „Deine Schuhe stehen vor der Tür“ – das Kind sucht sie in seinem Zimmer) oder sich nicht inhaltsgerecht an Gesprächen beteiligen..

Zentral – auditive Verarbeitungs – und Wahrnehmungsstörung

Dieses Störungsbild fällt oft erst im Schulalter auf. Das Kind kann sich längere Sätze oder mehre auszuführende Aufträge nicht merken.  Einerseits kann es geräuschempfindlich sein, andererseits reagiert es verspätet, wenn es angesprochen wird. Im Hören werden ähnliche Laute nicht sicher unterschieden (z.B. „Hörst du in Fisch ein s oder ein sch?“ „Hörst du in Hund ein o oder ein u?“ und im Diktat entsprechend nicht richtig geschrieben. 

Hörstörungen

Hörstörungen können in verschiedenen Formen und Ausprägungen auftreten. Der Spracherwerb ist bei Bestehen einer Hörstörung oft verlangsamt und erschwert, da  gutes Hören eine Voraussetzung zum Erlernen der Sprache ist.

Myofunktionelle Störungen (Fehlfunktion der Kau – , Schluck  – und Gesichtsmuskulatur)

Dieses Störungsbild beinhaltet ein mangelndes  Muskelgleichgewicht im Mund –, Kiefer und Gesichtsbereich. Die Muskulatur ist schlaff  und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Die Folge davon ist ein meist offen stehender Mund bei Mundatmung, die Zunge liegt an oder zwischen den Zähnen. Die Sprache kann insgesamt etwas undeutlich sein. Der Laut „s“ wird oft nicht regelrecht gebildet, die Zunge liegt dabei zwischen oder an den Zähnen (Lispeln). Das Schlucken wird nicht richtig durchgeführt, die Zunge drückt  nach vorn statt nach oben hinten. Dadurch ist der Gaumen hoch und schmal geformt. Zahnfehlstellungen können auftreten, Körperhaltung  und Körperspannung sowie die Atmung können beeinträchtigt sein. Dieses Störungsbild tritt in sehr unterschiedlichen Ausprägungen auf.

Suchen Sie einen Arzt auf bzw. rufen Sie an, wenn

  • Sie oder Ihr Kind auch ohne Erkältung länger heiser sind, Sprechen als Anstrengung  empfinden, Druck– oder Kloßgefühle bzw. Schmerzen im Halsbereich beim Sprechen oder Singen haben oder Ihre Stimme im Klang stark wechselt. Haben Sie Atemprobleme beim Sprechen? Dies können Hinweise auf eine Stimmstörung sein.
  • Sie feststellen, dass Ihr Kind anders spricht bzw. schwerer zu verstehen ist als gleichaltrige Kinder, Ihr Kind z.B. bestimmte Laute nicht oder falsch bildet, Laute auslässt oder sich häufig mit Gesten verständigt, Sätze nicht altersgerecht formuliert, grammatische Regeln nicht beachtet oder nur wenige Worte benutzt. Dies können Hinweise auf eine Sprachentwicklungsverzögerung sein.
  • Sie den Eindruck haben, dass Sie oder Ihr Kind  beim Sprechen öfter stocken, Laute oder Silben wiederholen oder/und das Sprechtempo hoch bzw. die Sprechweise so undeutlich ist, dass Sie kaum zu verstehen sind. Dies können Hinweise auf Stottern oder Poltern sein.
  • Sie bemerken, dass Ihr Kind beim Schreiben häufig Vokale oder ähnlich klingende Laute wie /m/n/ oder /b/p/ verwechselt, wenn es häufig nachfragt, ohne dass im Hörtest eine Auffälligkeit festgestellt wurde oder sich längere Anweisungen nicht merken kann. Dies können Hinweise auf eine Zentral– auditive Verarbeitungs– und Wahrnehmungsstörung sein.
  • Sie feststellen, dass der Mund Ihres Kindes meistens geöffnet ist und es vorwiegend durch den Mund atmet, Sie oder Ihr Kind „lispeln“ oder vom Zahnarzt /Kieferorthopäden eine Verordnung mit der Diagnose „Myofunktionelle Störung“ erhalten haben.
  • Sie einen Schlaganfall hatten, der sich auf Ihre Sprache, Sprechweise oder Stimme auswirkt oder wenn Sie an Morbus Parkinson,  Mutipler Sklerose oder an einer anderen neurologischen Störung leiden und bemerken, dass sich Ihre Sprechweise oder Stimme verändert. 

Vereinbaren Sie einen Termin zur Behandlung. Eine individuelle Betreuung, die dem aktuellen Stand entspricht, ist mir wichtig. Bei  Bedarf ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit selbstverständlich, um eine optimale Förderung zu erreichen.

Pia Piepenbreier

Atem - Sprech - und Stimmlehrerin

Mersinweg 20
33100 Paderborn

Tel. 05251-3985829

kontakt@sprachtherapie-piepenbreier.de


Sprech-, Sprach- und Stimmtherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Termine nach Vereinbarung